Geschichte
••• Zur Geschichte des Instituts

Das Institut für Psychotherapie in Stuttgart, Neue Weinsteige 63, wurde am 2. April 1948 gegründet. Felix Schottlaender schrieb hierüber in der von ihm mitbegründeten Zeitschrift PSYCHE wie folgt (Auszug):

"Am 2. April 1948 fanden sich die Mitglieder der seit zwei Jahren in Stuttgart bestehenden Arbeitsgruppe für Psychotherapie zusammen, um das seit längerer Zeit bereits geplante Institut für Psychotherapie zu gründen. Dem drängenden Bedarf nach einer Lehr- und Forschungstätigkeit für Psychotherapie war die bisher im kleinen Rahmen tätige Arbeitsgruppe nicht gewachsen, vor allem aber den immer umfangreicheren sozialen Anforderungen (Poliklinik, Erziehungsberatung).

So war es an der Zeit, den Versuch zu unternehmen, die psychotherapeutische Arbeit in der aufstrebenden, aller Zerstörung und Verarmung zum Trotz sich kräftig entwickelnden Stadt auf breitere Basis zu stellen und angesichts der so dringlichen und ungelösten sozialen Aufgaben, denen die Psyhotherapie gegenübersteht, die Mitwirkung und Förderung der Behörden und öffentlichen Körperschaften Stuttgarts anzurufen" ... "Die Aufgaben, die das Institut in Angriff zu nehmen gedenkt, sind in dem soeben erschienenen Vorlesungsverzeichnis des Instituts für das Sommersemester 1948 umrissen: es "will der tiefenpsychologischen Forschung dienen, klinisch behandeln und in der Öffentlichkeit Wegbereiter für den Gedanken einer zeitnahen, vertieften Menschenkenntnis sein". (Psyche 1948: 621-624). Der Gründungsvorstand des Institutes bestand aus dem Vorsitzenden Dr. Wilhelm Bitter und seinen Stellvertretern Dr. Hermann Gundert und Dr. Felix Schottlaender. In den Dozentenrat wurden Dr. Manfred Breuninger, Dr. Vera Scheffen, Wilhelm Laiblin und Dr. Jutta von Graevenitz gewählt.


Wilhelm Bitter


Wilhelm Bitter Prof. Dr. med. et Dr. phil
.,
Psychiater und Psychoanalytiker, geb. 1893, gest. 1974 in Stuttgart

Tätigkeit als Kaufmann, Studium der Wirtschaftswissenschaften, Medizinische und psychotherapeutische Ausbildung am Berliner Institut, Lehranalyse bei Felix Böhm, Jungsche Lehranalyse, 1943 Auswanderung in die Schweiz.

"Es war ein glücklicher Umstand, daß sich in dieser Situation der Nervenarzt Dr. D. Bitter, bisher Blonay bei Vevey (Schweiz), entschloß, der hiesigen Arbeitsgruppe seine organisatorischen und wissenschaftlichen Erfahrungen zur Verfügung zu stellen und den Gedanken der Institutsgründung tatkräftig aufzunehmen"
(Felix Schottlaender, Psyche 1948, S. 622).




Hermann Gundert


Hermann Gundert Dr. med
.,
Psychiater und Psychoanalytiker, geb. 1894, gest. 1964 in Stuttgart.

Medizinstudium, Staatsexamen und neurologisch-psychiatrische Facharztausbildung.

"Er ging nach Wien, in die Berggasse und begann in den Mittwoch-Seminaren Sigmund Freuds seine psychoanalytische Ausbildung. Die Namen der Wiener Psychoanalytiker mögen heute fremd sein, nachdem fast die gesamte psychoanalytische Literatur 1933 verbrannt wurde. In der übrigen Welt bedeuten die damaligen Kollegen Freuds, Redlich, Pappenheim und Hirschmann der Gunderts Lehranalytiker war, den mühsamen Anfangsweg der Psychoanalyse" (...) "In Beibehaltung der Wiener Gewohnheit trafen sich die in Stuttgart ansässigen wenigen Analytiker und einige psychoanalytisch interessierte Ärzte und Internisten regelmäßig mittwochs zu ihren kasuistischen Seminaren. Graber, Felix, Schottlaender, Fahrenkamp, der Internist und Sontheimer waren aus ihren Erfahrungen der Wiener Schule gewohnt, die notwendige, ständige Realkontrolle therapeutischen Handelns am diskutierten Fall beizubehalten. "(...)" Als Nachfolger seines früheren Lehrers Wetzel übernahm er die Stuttgarter Nervenklinik am Bürgerhospital.O (Aus der Gedenkrede von Tobias Brocher zur Ehrung von Dr. Hermann Gundert und Dr. Harald Henningsens am 16.6.1964).




Felix Schottlaender

Felix Schottlaender Dr. phil.,
Psychoanalytiker, geb. 1892, gest. 1958 in Stuttgart.

Studium der Philosophie und Psychologie, Geschichte und Geographie, Promotion bei Hans Driesch. Lehranalyse bei Helene Deutsch und Eduard Bibring, in Wien.

"Im Zentrum seines Bemühens stand ihm immer der je einmalige und unvergleichliche Mensch, stand ihm die Frage: Warum muß dieser Mensch da leiden? und weiter: Wie kann ich ihm helfen? und schließlich - und diese Frage war ihm die dringlichste, hatte sein Bemühen Erfolg - : Warum habe ich geholfen? Was hilft? Was heilt überhaupt in der Psychotherapie?" (Ulrich Ehebald, Almanach 1959, S. 9).

Der Lehrbetrieb fand später in der sogenannten Polizeibaracke und zeitweise in der Alexanderstraße statt. Danach war das Institut im 1. Stock des Hauses Neue Weinsteige 16 untergebracht.

Von 1965 an wurde das Haus Hohenzollernstraße 26 zur dauerhaften Heimat. Seit 1971 heißt das ehemalige Institut für Psychotherapie STUTTGARTER AKADEMIE FÜR TIEFENPSYCHOLOGIE UND ANALYTISCHE PSYCHOTHERAPIE e. V.

Als Ende der 70er Jahre örtliche Institute der nationalen Fachgesellschaften in der Stuttgarter Akademie entstanden, gab es eine Mehrheit unter den Psychoanalytikern, die lieber den ursprünglichen Gedanken der Akademie und ihrer Gründerväter fortführen wollten.

1979 wurde das Psychoanalytische Lehr- und Forschungsinstitut "STUTTGARTER GRUPPE" gegründet, das heute "PSYCHOANALYTISCHES INSTITUT STUTTGART E.V." heißt.



Hans Schmid
Der Gründungsvorstand der "Stuttgarter Gruppe"

Hans Schmid Dr. rer. pol.
Psychotherapeut, geb. 1922, gest. 2000
1963 -1983 Geschäftsführer, Mitglied der Vorstände und des AA, Dozent, Lehr- und Kontrollanalytiker







Helmut Enke
Helmut Enke Prof. Dr. med
.
Dipl.-Psych., Psychotherapeut, geb. 1927,

1979 - 1986 Mitglied der Vorstände und des AA, Dozent, Lehr- und Kontrollanalytiker









Hans Hopf
Hans Hopf Dr. rer. biol. hum
.
Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeut, geb. 1942
1979 - 1995 Mitglied im Vorstand des Institutes und des AA, Dozent, Kontrollanalytiker











Hilde Sanders
Hilde Sanders

Dipl.-Soz.-Päd., Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeutin, geb. 1928
1976 - 1983 Mitglied im Vorstand des Institutes und des AA, Dozentin, Kontrollanalytikerin










Norbert Trabold
Norbert Trabold Dr. phil
.
Psychotherapeut, geb. 1929
1979 - 1995 Mitglied im Vorstand des Institutes und des AA, Dozent, Lehr- und Kontrollanalytiker

Seit 2006 ist das Institut umbenannt zu "Psychoanalytisches Institut Stuttgart"








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www.psychoanalysestgt.de Psychoanalytisches Institut Stuttgart e.V. • Hohenzollernstraße 26 • 70178 Stuttgart • Telefon: (07 11) 64 85 220